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Krankheitsbilder - Neurologie

Fazialisparese (Gesichtsnervenlähmung)

Bei einer Gesichtslähmung, oder auch Fazialislähmung (Fazialisparese), handelt es sich um eine Funktionsstörung des so genannten Nervus facialis, den siebten Hirnnerv. Besonders die mimischen Gesichtsmuskeln sind von dieser Lähmung betroffen.

In den meisten Fällen liegt eine einseitige Lähmung vor. Die Kaumuskeln werden von einem anderen Nerv versorgt, sodass deren Funktionalität nicht eingeschränkt ist.

Liegt eine zentrale Lähmung vor, so besteht eine Störung des Bereichs im Hirn, welcher für die Impulssendung an den Gesichtsnerv verantwortlich ist. Bei der peripheren Lähmung ist der Nerv selbst betroffen; dies kann in den Bereichen zwischen Hirnstamm und feinsten Verästelungen der Fall sein.

Bei drei von vier Patienten mit einer Gesichtslähmung kann die Ursache nicht herausgefunden werden (idiopathische Fazialisparese). In einigen Fällen liegt eine Virusinfektion vor, die den Gesichtsnerv befällt (periphere Fazialisparese). Auch Tumore, eine Borreliose (durch Zecken, übertragene Erkrankung) oder eine Gürtelrose können eine Gesichtslähmung auslösen. Diabetiker haben ebenfalls ein höheres Risiko, an einer Gesichtslähmung zu erkranken, da aufgrund ihrer Zuckerkrankheit die Durchblutung der Nerven nicht mehr gesichert sein kann. Zwei von drei Patienten mit Diabetes mellitus sind mindestens einmal während ihrer Zuckerkrankheit von einer Gesichtslähmung betroffen.

Schwere Erkrankungen wie ein Schlaganfall oder ein Tumor im Gehirn können ebenfalls zu einer Gesichtslähmung führen. Ist die Lähmung innerhalb des Gehirns entstanden, spricht man von einer zentralen Fazialisparese.

Viele Patienten bemerken einige Tage vor Ausbruch der Erkrankung Schmerzen hinter einem Ohr. Die Erkrankung kündigt sich oftmals auf diese Weise an.

Bei einer Gesichtslähmung ohne erkennbare Ursache (sog. idiopathische Fazialisparese) sind zur Therapie außerdem Kortikosteroide ratsam. Wenn Sie eine halbseitige Gesichtslähmung unbekannter Ursache haben, kann die Behandlung ambulant erfolgen. Zudem sind – unabhängig von der Ursache – bei jeder Fazialisparese zur Therapie auch Übungen für die Gesichtsmuskulatur empfehlenswert. Wichtig ist, dass diese Bewegungsübungen frühzeitig und regelmäßig unter Anleitung und Kontrolle eines Logopäden stattfinden. Gegen unwillkürliche Mitbewegungen einzelner Gesichtsmuskeln, die Sie als störend empfinden (z.B. ein nicht beeinflussbarer Lidschluss beim Sprechen), steht zudem Botulinumtoxin zur Verfügung: Wenn Sie sich dieses Mittel in den entsprechenden Muskel spritzen lassen, kann es die störenden Muskelbewegungen verringern.